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hellblauPix.jpg (477 bytes) Die Grundsteine der Kultur
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The Foundation-Stones of Culture
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The Primal Jump as a Bungee-Jump
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Der Ur-Sprung als Bungee-Sprung
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Geburt, Jagd und Krieg in steinzeitlichen Fels- ritzungen
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Remembersigns
hellblauPix.jpg (477 bytes) Die Grundsteine der Kultur
eine Deutung von Felszeichen und Ritualobjekten

In diesem Text soll der Frage nachgegangen werden, was die Menschen ursprünglich dazu verleitet hat, Felswände ihrer Umgebung mit Ritzzeichen zu dekorieren.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurden in den Höhlen von Altamira, Lascaux oder anderen europäischen Orten großflächige und farbige Malereien wieder entdeckt, die dort vor Tausenden von Jahren angebracht wurden. Lange bevor diese inzwischen weltberühmten und oft zitierten Wandbilder entstanden sind, war aber in frühen Kulturen schon das Wissen und die Fähigkeit verbreitet, Knochen und Steine mit Ritzzeichen zu verzieren. Schon Neandertaler sollen eine gravierte Steinplatte nicht vorrangig als Werkzeug benutzt haben, sondern als Kultobjekt für Bestattungszeremonien. In der Prähistorik werden die ältesten sicheren Nachweise für eine symbolisierende Bearbeitung von Objekten ebenfalls mit der rituellen Einstellung der Menschen zum Tod in Verbindung gebracht. Die Psychohistorie, als Wissenschaft der Muster historischer Handlungsmotive, betont dagegen hauptsächlich Vorgeburts- und Geburtserfahrungen, wie von Lloyd deMause in den Grundlagen der Psychohistorie erläutert wird, wenn er z.B. ausführt, daß Knochen aus frühzeitlichen Fundstätten, die mit Kerben und weiblichen Symbolen versehen wurden,als Kalender gedient haben. Diese Abzählhilfen dienten seiner Meinung nach aber nicht als Mondkalender, wie andere Wissenschaftler vermuten, sondern haben geholfen die Menstruationszyklen von Frauen zu bestimmen.


Stilelemente früher Felsgravierungen
Zu den ersten ausgeprägten Stilelementen, die sich bei Felsgravierungen finden lassen, gehören sogenannte Schälchen oder Becherabdrücke. Das sind kreisrunde polierte Vertiefungen, in den meisten Fällen 2-3 cm tief und mit einen Durchmesser von 4-6 cm. Sie sind in Reihen, parallelen Säulen, Kreisen oder willkürlich verstreut auf Felsflächen angeordnet. Solche Schälchen werden oft als Opfergefässe gedeutet. Einige dieser Vertiefungen sind allerdings in so schrägliegenden Wänden zu finden, daß sie nicht als Behälter gedient haben können. Ein weiteres elementares Zeichen sind Rillen, lange gerade Linien, die nicht nur vereinzelt auftauchen, sondern auch scheinbar willkürlich überlagert als Netzmuster. Diese Strukturen werden allerdings nicht immer als Ausdruck einer bewußten Gestaltung angesehen, sondern auch als "spielerische Kritzelei" abgetan. Daneben lassen sich Vulva-Symbole finden, die aus gezielt gesetzten Linien bestehen, oder geometrische Zeichen, wozu Punkte, Kreise, Rechtecke, Wellen und Zickzacklinien gehören.
Derartige geometrische Zeichen ziehen sich wie ein roter Leitfaden durch die Felskunst. Sie lassen sich sowohl in den ältesten datierbaren Fundstätten nachweisen als auch in allen späteren Epochen. Daher sollten diese Zeichen als ein Hinweis auf ein universell anhaltendes Bedürfnis angesehen werden, das die Menschen ursprünglich erst dazu gebracht hat, Ritzzeichen zu schaffen, genauso wie auf die Beständigkeit der zu vermittelnden Inhalte.
Die Deutung vieler Grundzeichen (Welle, Kreis, Zickzacklinien) als dekoratives bezugsloses Beiwerk früher Kultäußerungen bedarf, wie man im folgenden sehen wird, einer Überprüfung. Wobei berücksichtigt werden muß, daß weder die Archäologie noch andere Forschungszweige bisher eine exakte Angabe über die Entstehungszeit von Felsgravierungen machen können. Die Altersangaben, die in der Literatur immer wieder auftauchen, sind nämlich nicht die Ergebnisse einer zweifelsfreien Untersuchungsmethode. Oft sind es nur grobe Schätzungen der einzelnen AutorInnen, die auch stark voneinander abweichen. Durch Überlagerungen und Verwitterungen kann aber verhältnissmäßig sicher auf ein relatives Alter geschlossen werden. Ausgehend von dieser relativen Altersbestimmung kann gefolgert werden, daß anfänglich bei verschiedensten Kulturgruppen eine gleichartige graphische Entwicklung stattgefunden hat; und zwar sowohl bei Punkt/Strichzeichen als auch bei der Komposition komplexer Bilder.

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